Eine Nacht im Museum

Warum die Angebote für Kinder in der „Langen Nacht der Museen“ am 28. Januar so spannend waren (Von Dr. Ruth Schilling)

Volles Programm auch für Kinder bei der Langen Nacht der Museen in Berlin

Draußen fielen die ersten Schneeflocken des Winters, drinnen war es gemütlich und dunkel. Eine Rakete startete, ein Mann hüpfte auf dem Mond, das Sternbild des Großen Bären leuchtete auf …

„Eine kleine Sternenreise“, so hieß das gleichzeitig anschauliche, aber auch anspruchsvolle Programm des Berliner Planetariums, einer altvertrauten West-Berliner Institution, die bei ehemaligen West-Berlinerinnen und West-Berlinern Kindheitserinnerungen wachruft. Still und andächtig konnte man zu Beginn in den Berliner Abendhimmel eintauchen, der – hell erleuchtet, wie er ist – keinen besonders klaren Blick auf das nächtliche Schauspiel von Sternen, Sternschnuppen und Planeten bietet. Doch dann wurde es dunkel, Sternbilder wurden erklärt, wir reisten auf den Mond, lernten die gewaltige Hitze der Sonnen kennen und die ersten Grundzüge des Planetensystems. Das war nicht nur für Vierjährige spannend, sondern auch für Geisteswissenschaftler mit einem schlecht ausgeprägten Orientierungssinn, die am Himmel nur den Großen Wagen identifizieren können. Eine nur 45-minütige Veranstaltung, die einen aber voll Staunen zurückließ und mit dem Wunsch, bald wieder in diese Wunderwelt des Himmels zu reisen …

Pirat im Labyrinth

Staunen konnten wir dann auch im „Labyrinth“, dem Kinder-Museum an der Osloer Straße. Gefasst hatten wir uns auf ein kleines Hinterzimmer, wo es einige Spiele und Konstruktionen gibt. Doch erwartet wurden wir von einer großen, umgebauten Fabrikhalle, für die die Bezeichnung „Kinderparadies“ eine Untertreibung darstellt. Unten versuchte ein König mit majestätisch lauter Stimme zusammen mit sehr hübsch gewandeten Gehilfinnen Berliner Gören Tänze der friderizianischen Epoche beizubringen (leise Zweifel, ob der Alte Fritz das wirklich gut gefunden hätten, wurden durch die Begeisterung der kleinen und großen Kinder im Keim erstickt), oben hieß es, ein kindertaugliches Museumsobjekt nach dem anderen zu entdecken, vom Kasperlespiel bis hin zum Piratenschiff, einem Guckpanorama auf Kinderhöhe, einem Lichtlabyrinth, einem Rabentreffspiel…..Einziger Wermutstropfen: wir mussten dann doch irgendwann gehen. Mit einem schreienden Knaben, der so laut verlangte „hier bleiben, will hier bleiben! “, dass die Wände des Labyrinths wackelten.

Das Kind als König